Hl. Nikolaus von Myra

Den Gedenktag dieses Heiligen, den 6. Dezember, kennt jeder seit der frühesten Kindheit. So bekannt dieser Heilige aber auch ist, so wenig gesicherte Daten gibt es andererseits über ihn. Legenden berichten, dass er zwischen 270 und 286 im kleinasiatischen Patras geboren wurde, im Jahr 325 am Konzil von Nicäa teilnahm und zwischen 326 und 365 starb (angesichts der Unsicherheit bei der Jahreszahl darf man den 6. Dezember als überlieferten Todestag wohl als Legende ansehen). Sein Name wird mit Sieg(er) des Volkes übersetzt.



Legenden

Die Verehrung des Heiligen beginnt in der Ostkirche bereits im 6. Jahrhundert, es ranken sich seither zahlreiche Legenden um seine Person. Bekannt sind vor allem die folgenden Begebenheiten:

Das Stratelatenwunder:
Zur Zeit des Kaisers Konstantin lernte Nikolaus bei Unruhen die drei oströmischen Feldherren Repozian, Ursus und Herpilio kennen, welche er zu sich nach Myra einlud. Diese wurden Zeugen, wie der Heilige drei vom Richter Eustachius unschuldig zum Tode verurteilte vor der Hinrichtung bewahrte. Nach ihrer Rückkehr nach Byzanz wurden diese Opfer einer Intrige, des Hochverrates für schuldig befunden und selbst zum Tode verurteilt. Im Kerker erinnerten sie sich an die Rettung der drei Unschuldigen durch den Bischof und baten um seinen Beistand. In der darauffolgenden Nacht erschien dem Kaiser im Traum ein alter Mann im bischöflichen Ornat, der für den Fall der Hinrichtung schwerwiegende Folgen für Kaiser und Reich androhte. Konstantin veranlasste eine neue Untersuchung des Falles, fand die Verurteilten unschuldig und setzte sie unverzüglich frei.

Das Jungfrauenwunder:
Ein verarmter Adeliger war außerstande, seine drei Töchter mit einer Mitgift auszustatten, die eine standesgemäße Heirat ermöglicht hätte. Er sah für diese keine andere Möglichkeit als die Prostitution, um den Lebensunterhalt zu sichern. Nikolaus – damals noch nicht Bischof und kürzlich durch ein Erbe zu einem größeren Vermögen gekommen – hörte von diesen Plänen und warf in drei aufeinanderfolgenden Nächten jeweils einen Goldklumpen durch ein Fenster des Hauses, wodurch die Mitgift gesichert war. In der dritten Nacht gelang es dem Vater, ihn zu entdecken und ihm für seine Hilfe zu danken.

Stillung des Seesturmes:
Von in Seenot geratenen Seefahrern wird berichtet, dass sie in ihrer verzweifelten Lage den Bischof Nikolaus anriefen, von dessen Taten sie gehört hatten. Tatsächlich erschien ihnen ein Mann, der die Navigation übernimmt, den Sturm zum Abflauen bringt, die Segel setzt und dann wieder verschwand. Nach Ihrer Ankunft in Myra begaben sich die Seeleute in die Kirche, um Gott für Ihre Errettung zu danken. Dort erkannten sie den Heiligen.

Die wunderbare Kornvermehrung:
Während einer großen Hungersnot lagen alexandrinische Kornschiffe im Hafen, die Getreide für den Kaiser in Byzanz geladen hatten. Bischof Nikolaus bat die Schiffer, einen Teil des Kornes abzuladen, was diese zunächst ablehnten, da die Ladung genau abgewogen war. Erst als Nikolaus ihnen Straffreiheit zusicherte, ließen sich diese überreden. In Byzanz angekommen stellten sie zu ihrer großen Überraschung fest, dass von der Ladung kein Gramm fehlte. Nikolaus aber war durch das Korn auf zwei Jahre hinaus in der Lage, seine Gemeinde zu ernähren und Saatgut auszugeben.

Erweckung dreier Schüler:
Drei Scholaren nahmen auf Ihrem Weg zu Ihrem Studienort Herberge bei einem Gastwirt, welcher sie aus Habgier ermordete und die Leichen in einem Salzfass einpökelte. Der Legende nach suchte Bischof Nikolaus den Gastwirt auf, überführte ihn der Tat, und auf seine Fürbitte wurden die drei Scholaren wieder zum Leben erweckt



Darstellung

Der Heilige Nikolaus wird stets im Ornat eines Bischofes mit Mitra und Krummstab dargestellt. Seine Attribute variieren entsprechend den zahlreichen Legenden. So sind Darstellung mit drei Rittern (Stratelatenwunder) oder (in Erinnerung an das Jungfrauenwunder) einem Buch mit drei Goldkugeln (manchmal auch Äpfel) darauf weit verbreitet. Ebenfalls häufig anzutreffen ist eine Darstellung mit drei unbekleideten Jünglingen in einem Fass (Erweckung der drei Scholaren). An die Stillung des Seesturmes erinnern die Darstellungen mit Schiffen, einem Steuerrad oder einem Anker. Erst im 15. Jahrhundert tauchten auch Darstellungen mit drei Broten auf – eine Erinnerung an die Kornvermehrung.

In unserer Pfarrei können Sie dem Heiligen Nikolaus sehr oft in den verschiedensten Darstellungen begegnen:


Der Hl. Nikolaus als Schutzpatron

Als Schutzpatron ist Nikolaus ein vielbeschäftigter Heiliger. Aus den oben aufgeführten Überlieferungen verehren ihn die Kinder, Bäcker, Seefahrer, Korn- und Getreidehändler und Gefangenen.
Daß ihn außerdem sowohl Diebe als auch Bankiers gleichermaßen als Schutzpatron verehren, ist sicher nur ein Zufall :-).
Nicht zu vergessen: Er wird als Schutzheiliger der Pilger und Reisenden angesehen, sehr oft wurden daher die ihm geweihten Kirchen an verkehrstechnisch wichtigen Stellen erbaut – So auch unsere Pfarrkirche, die an einem wichtigen Isarübergang lag.



Quellen: